
10.02.16 –
Die aktuelle Studie zur Wirtschaftlichkeit der Elbe („Wirtschaftliche Bedeutung der gewerblichen Elbschifffahrt (Elbschifffahrtsstudie)“ unter der Federführung des Ministeriums für Landesentwicklung und Verkehr Sachsen-Anhalt) verkennt die Realitäten. Dazu äußert sich die Fraktionsvorsitzende und umweltpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Prof. Dr. Claudia Dalbert:
„Mit dieser Studie werden Begehrlichkeiten geweckt, die nicht erfüllbar sind. Die Elbe ist und bleibt ein Niedrigwasserfluss. Doch das spielt in der Studie keine Rolle. Hier wurde mit öffentlichen Geldern eine Studie finanziert, die der Realität nicht standhalten kann. Denn diese sieht gänzlich anders aus: Die Transporte auf der Elbe sind im vergangenen Jahr weiter zurückgegangen. Mit 0,37 Millionen Tonnen erreichten die Transporte 2015 einen neuen historischen Tiefstand.“
„Das Kernproblem für eine zuverlässige Schiffbarkeit besteht in den extremen Niedrigwasserständen. Der Elbe fehlt seit über zwei Jahrzehnten ein halber Meter an Wassertiefe. Dieses fehlende Wasser kann weder herbeigebaut noch herbeigebaggert werden. Die Elbe eignet sich nicht als verlässliche und rentable Wasserstraße. Das sollte auch Verkehrsminister Webel anerkennen. Vielmehr ist die Elbe ein Magnet für den naturnahen Tourismus.“
„Die Elbe ist ein toller Fluss mit schützenswerten Landschaften, wie dem Biosphärenreservat Mittlere Elbe und dem Dessau-Wörlitzer Gartenreich. Durch den Bau von Buhnen oder deren Verlängerung würde sich die Elbe weiter vertiefen und diese Schätze Sachsen-Anhalts bedrohen. Die Auen würden austrocknen. Wir müssen unser Juwel – unsere naturnahe Elbe – schützen.“
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